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Projekt

Biotopverbund Metropolregion Hamburg - Renaturierung der Delvenau und Delvenauniederung

Mehr Lebensqualität für Flora, Fauna und Menschen sind Zielstellungen des Leitprojektes „Biotopverbund Metropolregion Hamburg“, welches mit einer Laufzeit von drei Jahren 2016 gestartet ist. Die Metropolregion mit Hamburg als Zentrum erstreckt sich über die kreisfreien Städte Lübeck, Neumünster und Schwerin sowie insgesamt 17 Landkreise der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. In den Rahmenplänen oder Landschaftsprogrammen der vier Bundesländer ist der Biotopverbund zwar verankert. Jedoch sollen verinselte Biotope oder Naturschutzgebiete über administrative Grenzen hinaus besser in ein „Grünes Netz“ eingebunden werden. Eine Biotopverbundkarte für die gesamte Metropolregion ist daher Ziel des Dachprojektes. In vier regionalen Teilprojekten werden beispielhaft Maßnahmen zum Biotopverbund geplant und umgesetzt und dabei gleichzeitig neue Möglichkeiten für Naturerlebnisse geschaffen.

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V leitet das Teilprojekt "Renaturierung der Delvenau und Delvenauniederung als Grenzbach zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein". Projektträger ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim, Partner der Kreis Herzogtum Lauenburg. Die geplante Renaturierung der Delvenau stellt eines der beiden Schwerpunktthemen innerhalb des Teilprojektes 4 „Entwicklung des Grünen Bandes in der Metropolregion Hamburg“ dar.

Die Delvenau entspringt bei Büchen und fließt bei Lauenburg in die Elbe. Von der Niebuhrschleuse bis kurz vor Lauenburg bildet der Wasserlauf die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Der Fluss wurde bereits im Mittelalter reguliert und mit der in die Trave mündenden Stecknitz durch einen Kanal in Verbindung gesetzt. Daher wird die Delvenau heute auch häufig als Stecknitz bezeichnet und dargestellt. Die Stecknitz ging nach dem Bau des Elbe-Lübeck-Kanals (um 1900) in diesem auf. Eine gesonderte Elbe-Lübeck-Kanaltrasse wurde ab Siebeneichen bis zur Elbe bei Lauenburg geschaffen, sodass die Delvenau in ihrem naturnah mäandrierenden Flussbett erhalten blieb. Mit dem Bau einer Schleuse wurde die natürliche Mündung der Delvenau bereits im 14. Jh. überbaut. Durch Kiesabbau bei Witzeeze in den 50er-60er Jahren wurde die Delvenau geteilt. Die Wasserzufuhr aus dem Oberlauf der Delvenau und aus der bei der ehemaligen Niebuhrschleuse einmündenden Riedebeck wird seit den 1960er Jahren in den Elbe-Lübeck-Kanal abgeleitet.

In der Folge der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen verringerte sich der Wasserdurchfluss der Delvenau stark. Aus der innerdeutschen Grenzlage resultierte zudem eine Entflechtung der wasserwirtschaftlichen Anlagen einschließlich der Installation von jeweils einem Schöpfwerk in Lauenburg und Horst. Diverse Gräben fangen das zufließende Grundwasser auf und leiten es zu den Schöpfwerken, sodass der Grundwasserstand der Niederung insgesamt stark abgesenkt wird. Angrenzende Niedermoorbereiche weisen als Folge ihrer Entwässerung degradierte Torfschichten auf.

Mit dem Projekt wird die Möglichkeit gegeben, die bisher getrennt verfolgten Bestrebungen der beiden Bundesländer zur Verbesserung des Wasserhaushaltes in der Delvenauniederung zusammenzuführen und somit optimierte hydrologische Lösungsansätze aufzuzeigen. Des Weiteren soll geprüft werden, wie die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer im Projektgebiet verbessert werden kann. Dieses geschieht innerhalb einer grenzübergreifenden hydrologischen Machbarkeitsstudie, aus der im nächsten Schritt konkrete wasserbauliche Maßnahmen erwachsen sollen. Die Studie wurde Anfang Januar im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens nach Landeshaushaltsrecht ausgeschrieben. Dabei überzeugte das "Institut biota" aus Bützow mit dem wirtschaftlichsten Angebot und erhielt den Zuschlag. Erste Feldarbeiten in Form von Wasserstandsmessungen werden durch biota im Frühjahr im Projektgebiet durchgeführt.

Große Flächenanteile der Delvenauniederung befinden sich inzwischen in Landes- und Stiftungseigentum, sodass sich die Voraussetzungen für eine naturschutzfachliche Entwicklung verbessert haben. Die Stiftung für Umwelt- und Naturschutz M-V besitzt aktuell ca. 81 ha im Naturschutzgebiet "Stecknitz-Delvenau".

 

Weitere Informationen zur Metropolregion Hamburg finden Sie hier: http://metropolregion.hamburg.de/

Weitergehende Informationen zum Projekt „Biotopverbund Metropolregion Hamburg“ können unter dem folgenden Link eingesehen werden: http://metropolregion.hamburg.de/biotopverbund/

Die historische Nutzung der Delvenau ist u.a. hier beschrieben: http://www.rondeshagen.com/Stecknitzkanal.html

 

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