Geschichte

Vorangehen, um Verantwortung zu übernehmen.

1994 Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes und Berufung des Kuratoriums durch den amtierenden Umweltminister. Wahl des Stiftungsvorstands auf Vorschlag des Kuratoriums. Übertragung von 2 Millionen DM aus dem Landeshaushalt in das Stiftungseigentum, zweckgebunden für Flächenankauf.

1995 Einstellung eines Geschäftsführers und erster Flächenkaufvertrag: 162 Hektar mit einem Wert von ca. 485.000 DM werden im NSG „Grambower Moor“ erworben.

1998 Einbindung der Stiftung in die Vorbereitungen zur vertraglichen Übernahme von Ersatzmaßnahmekomplexen für den Bau der Autobahn A 20 (Lübeck/Stettin) von der DEGES. Das Verfahren hat Pilotcharakter. Es stellt die erstmalige Übertragung von Kompensationsflächen des Bundes an eine öffentlich-rechtliche Stiftung dar.

1999 Vor dem Hintergrund der erkennbaren Defizite in der finanziellen Handlungsfähigkeit der Stiftung erfolgt erstmals die Bereitstellung von Grundstockvermögen durch den Landeshaushalt in Höhe von 700.000 DM. Im Jahr 2000 wird das Grundstockvermögen um 500.000 DM, im Jahr 2003 nochmals um 100.000 € aufgestockt.

Seit 2001 Verwaltung des vom Land eingerichteten „Heidepflegefonds“ durch die Stiftung. Aus den Zinserträgen dieses Fonds werden Heidepflegeprojekte finanziert.

Seit 2001 erfolgt die kostenfreie Übertragung von Projektflächen aus dem Moorschutzprogramm des Landes an die Stiftung. Mittlerweile umfassen diese Flächen 20 Projektgebiete vorwiegend an Trebel, Recknitz und Peene.

Seit 2002 werden der Stiftung Naturschutzflächen aus dem Eigentum der BVVG  nach den so genannten „Magdeburger Listen“ auf Basis des Ausgleichsleistungsgesetzes übertragen. Seitdem sind rund 850 Hektar in das Eigentum der Stiftung übernommen worden.

Seit der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes 2002 kommen der Stiftung die Zinserträge der Ersatzgelder des Landes zugute. Diese werden unter anderem zweckgebunden für Grunderwerb und für die Deckung von Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Naturschutzflächen von der BVVG und von Flächen des „Grünen Bandes“ sowie für die allgemeine Erfüllung des Stiftungszwecks verausgabt.

2003 wurde das auf Initiative des Landkreises Müritz 1999 begonnene Renaturierungsprojekt „Wiedervernässung der Seebecken bei Stuer und Rogeez“ fertiggestellt. Das Projekt umfasst die Wiederherstellung zweier Flachwasserseen, die bereits in den 1930er Jahren fast vollständig trocken gelegt und zu Grünland umgenutzt wurden. Die Umsetzung des Projektes erforderte auf der gesamten Fläche einheitliche Eigentumsstrukturen. Diese Aufgabe übernahm die Stiftung. Über 70 Bodeneigentümern wurden Kaufanträge für ihre Grenzertragsstandorte unterbreitet. 232 Hektar Land konnten durch die Stiftung aus eigenen und weiteren Mitteln aus Ausgleichs- und Ersatzgeldern angekauft werden. Entstanden ist eines der größten Rückzugsräume und Nahrungsreviere für bedrohte Vogelarten - deren Vielfalt sich von 40 auf gut 120 Arten erhöhte - und zugleich ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel.

2004 Zehn Jahre Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV. Im Eigentum der Stiftung befinden sich inzwischen Naturschutzflächen von rund 3.700 Hektar an 57 Standorten in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Stiftung im vergangenen Jahrzehnt zu einem wichtigen Instrument der Umwelt- und Naturschutzpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern entwickelt hat.

2005 erfolgt die Übertragung des Polders Rustow Randow mit einem Flächenumfang von rund 310 Hektar an die Stiftung. Der Polder ist eine Ersatzmaßnahme für die A 20 Peenequerung. Von der Polderfläche wurden bis 1999 etwa 240 Hektar intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die restlichen Flächen wurden von aufgelassenem Grünland, kleinen Gebüschen und Bruchwäldern geprägt. Die Ziele, die mit der geregelten Wiedervernässung verfolgt werden, sind die allmähliche Ansiedlung einer überflutungsadaptierten niedermoortypischen Vegetation in großen Teilen des Gebietes und die Schaffung von Lebensräumen für die besonders gefährdeten Arten.

2006 Kauf der 2,9 Hektar großen Streuobstwiese „Doktorgarten“  in Teterow. Die Streuobstwiese wurde vor dem 1. Weltkrieg durch den ehemaligen Teterower Bürgermeister, Herrn Dr. Franz von Pentz, angelegt. Daher trägt die Wiese auch den Namen „Doktorgarten“. Sie befindet sich im Stadtrandgebiet von Teterow. Einige der darauf befindlichen mittel- und hochstämmigen Obstbäume sind wahrscheinlich ca. 90 Jahre alt.

2007 Vertragsunterzeichnung zur Übertragung der komplexen Kompensationsmaßnahme Großer Koblentzer See mit einer Größe von 500 Hektar an die Stiftung. Für die Beeinträchtigung des Naturhaushaltes als Folge des Baus und des Betriebs der A 20 im Bereich Neubrandenburg bis Pasewalk wurde der Maßnahmenraum „Koblentzer Seewiesen“ aus naturschutzfachlicher Sicht als der mit Abstand am besten geeignete Maßnahmenraum eingestuft. Durch die Renaturierung der Niedermoorflächen am Großen und Kleinen Koblentzer See und die Wiedervernässung wird die Entwicklung einer moor- und feuchtgebietstypischen Lebensraumvielfalt eingeleitet, die für eine größere Zahl gefährdeter und z. T. vom Aussterben bedrohter Tierarten wie u. a. Schreiadler, Seeadler, Kranich und Rohrweihe neue Lebensräume bietet. Begleitend wird eine nachhaltig naturverträgliche Landnutzung auf dem Großteil der Flächen installiert.

2008 Vertragsunterzeichnung zur Übertragung der komplexen Kompensationsmaßnahme Waidbachtal (Flächenumfang 220 Hektar) und Groß Tessiner See (Flächenumfang 150 Hektar) an die Stiftung. Beide Maßnahmen sind Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A 20 und haben das Ziel, Lebensräume für betroffene Arten und Lebensgemeinschaften, insbesondere auch für geschützte Vogelarten, zu entwickeln. Gleichzeitig wird durch die Maßnahmen der Biotopverbund gefördert und die A 20 als Barriere für eine großräumige Wander- und Ausbreitungsbewegung durchlässig gemacht.

2009 Offizielle symbolische Übergabe des Kompensationsflächenpools Koblentzer Seewiesen an die Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV.

2009 BUGA Schwerin. Die Stiftung präsentiert ihre „Schätze der Natur“  mit einer eigenständigen  Ausstellung auf dem Ausstellungsgelände den insgesamt fast 1,9 Millionen Besuchern der BUGA.

2010 Das Projekt MoorFutures wird anlässlich des 30. Deutschen Naturschutztages in Stralsund feierlich aus der Taufe gehoben. Bei den MoorFutures handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft Umwelt- und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern, der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der Stiftung. MoorFutures sind Emissionszertifikate, mit denen Unternehmen auf freiwilliger Basis die Möglichkeit erhalten, künftig ihre Treibhausgasbilanz zu verbessern.

2011 Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen der Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV und der Nord Stream AG zur Besiegelung einer langfristigen Zusammenarbeit bei der Betreuung und Verwaltung einer Kompensationsmaßnahme für den Bau der Ostseepipeline. Ehrgeiziges Ziel der Kompensationsmaßnahme ist die Etablierung eines Managementprogramms zum Erhalt von besonderen Küstenvogelbrutvorkommen durch Optimierung und Management von Lebensräumen in den Haffwiesen bei Leopoldshagen.

2011 Übernahme von über 850 Hektar aus der Flächenkulisse des Nationalen Naturerbes (NNE) zur Arrondierung des bestehenden Flächenbestandes der Stiftung bzw. zur dauerhaften Sicherung des Naturerbes im Land Mecklenburg-Vorpommern.

2011 Das erste Ökokonto „Schlossberg/Hausberg“ wird aufgelegt. Die Kompensationsmaßnahme befindet sich am nördlichen Talhang des Landgrabentals im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Das Konzept sieht die Freistellung der hochwertigen Trockenstandorte im Bereich des Schlossbergs/Hausbergs bei der Ortschaft Rebelow vor. Dazu sollen Bäume gefällt und Entbuschungen durchgeführt werden. Anschließend ist eine Flächenbewirtschaftung mittels der Schafhaltung vorgesehen, um einen erneuten Aufwuchs von Hecken und Bäumen zu verhindern. Dafür wird das Gelände großflächig eingezäunt.

2012 Erster Spatenstich im Projekt "Polder Kieve", dem ersten MoorFutures Projekt in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Spatenstich wird das weltweit erste Wiedervernässungsprojekt, das sich komplett über den Verkauf von Klimaschutzzertifikaten, den MoorFutures, finanziert, gestartet. Das Projekt erhielt eine Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbes "365 Orte im Land der Ideen" und ist eines von drei Projekten, die um den Bundessieg des Wettbewerbs in der Kategorie Umwelt konkurrieren.

Satzung als PDF-Datei

Hier finden Sie die Satzung
der Stiftung Umwelt- und
Naturschutz M-V als

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